Weniger Stickoxide in Deutschlands Luft
Montag, den 02. November 2009 um 15:45 Uhr
Weniger Stickoxide in Deutschlands Luft

Neue Emissionsgrenzwerte für Deutsche Müllverbrennungsanlagen. Ziel des ganzen ist es, die Umwelt stärker zu schützen. SCR (selektive katalytische Reduktionen) und SNCR (selektive nicht katalytische Reduktionen) sind zwei Möglichkeiten um die Stickstoffoxide aus dem Rauch zu filtern. Doch welche Methode ist besser?

Müllverbrennungsanlagen unterstützen den Umweltschutz.

Foto: BMU / H.-G. Oed
Autor: VMH

Schornsteine werden in der Regel immer als Umweltbelastung angesehen. Doch in der Branche der Müllverbrennung ist dies eine umweltschonende Option. Da es Umweltbelastender ist, den Müll auf diversen Deponien verkommen zu lassen, ist die Müllverbrennung eine willkommen Lösung. Pro Jahr bilden sich auf den Deponien rund 500 000 Tonnen Methangas, das ca. 21 mal stärker die Umwelt angreift als das Co2, dass bei der Müllverbrennung hergestellt wird.

Durch die Erneuerung der 17. Bundesimmissionsschutz-Verordnung die am 30.01.2009 veröffentlicht worden ist, wurden die Grenzwerte der Stickstoffemissionen weiter gesenkt. Anstatt der 200 mg/cbm sind jetzt nur noch 100 mg/cbm erlaubt. Diese Grenzwerte sind für alle Anlagen gültig. Ältere Müllverbrennungsanlagen müssen sich in Zukunft aufrüsten. Deutschland gehört du den Ländern in Europa, das seine Emissionsgrenzen sehr streng einhalten, doch ist nicht der "Spitzenreiter" in Sachen Grenzwerte.

Damit noch weniger Schadstoffe in die Umwelt gelangen werden sogenannte SCR oder SNCR angewendet. Das heißt, den Abgasen wird ein Großteil der Stickoxide entnommen. Dies gelingt bei der SNCR durch Ammoniak oder Harnstoff der direkt in den Feuerraum hinzugefügt wird. Durch eine chemische Reaktion gehen dann die meisten Stickoxide verloren. Bei der SCR passiert diese Reaktion erst im Katalysator, da die Stickoxide vorher durch eine Staubfilterung laufen.

Bei diesen beiden Methoden gibt es natürlich Vor- und Nachteile. Mit der SCR-Alternative lässt es sich besser verhindern, dass Stickoxide in die Luft kommen, jedoch sind die Investitionskosten um ein vielfaches höher und es wird mehr Strom verbraucht als bei der SNCR Methode. Bei dieser Methode ist allerdings die Frage offen, ob die Emissionsgrenzwerte eingehalten werden können. Welche der beiden Möglichkeiten letztendlich besser ist wird die Zukunft zeigen. Doch eines ist klar, durch die verschärften Emissionsgrenzwerte wird der Umwelt sehr geholfen.
 
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