| Internationaler Schmähpreis "Public Eye Award" geht an den Schweizer Pharmakonzern Roche, die Royal Bank of Canada und das UNO-Wassermandat |
| Donnerstag, den 04. Februar 2010 um 00:45 Uhr | |
Am 27. Januar 2010 wurde der diesjährige Public Eye Award an sozial und ökologisch fragwürdig handelnde Konzerne und Organisationen vergeben. In den vier zu prämierenden Kategorien wurde der Pharmakonzern Roche gleich zweimal ausgezeichnet, die Royal Bank of Canada und das UNO-Wassermandat jeweils einmal.
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In der Kategorie "Global Award" werden diejenigen Konzerne prämiert, die mit ihrer globalen Präsenz weltweit Schaden anrichten, indem sie sich umwelt- und menschenverachtend Verhalten.
Mit dem "Swiss Award" werden fragwürdige Unternehmen in der gleichnamigen Kategorie ausgezeichnet die ihren Hauptsitz in der Schweiz haben.
In der dritten Kategorie, dem "People’s Award", wird per Onlinevotum der Gewinner ausgewählt, der der Internet-Gemeinde am skrupellosesten erschien.
Seit diesem Jahr gibt es auch die Kategorie "Greenwash Award" für die fragwürdigsten Institutionen.
Die Vorschläge für den Public Eye Award werden im Vorfeld über Nominierungslisten gesammelt, die von Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen weltweit eingereicht werden. Die sechsköpfige Jury, die aus drei Vertretern von Greenpeace Schweiz und drei Vertretern des EvB besteht, wählt aus diesen Vorschlägen die Unternehmen und Organisationen aus, die auf die entsprechende Shortlist kommen. Die Shortlist für den People’s Award wird auf der Homepage des Public Eye Award veröffentlicht, um den Preisträger per Onlinewahl zu ermitteln. Die Preisträger der anderen Kategorien werden in einem aufwändigen Verfahren ermittelt. So werden die Unternehmen und Organisationen auf den Shortlists von den Award-Veranstaltern kontaktiert und erstellt gemeinsam mit diesen ein fundiertes Dossier. Basierend auf diesem Dossier ermittelt die Fachjury die Preisträger.
Die nichtstaatliche Royal Bank of Canada ist Gewinner des Global Award, da sie der größte Geldgeber für die Finanzierung von Investitionen in die Exploration nach ölhaltigem Teersand in der Region Alberta, Kanada ist. Neben der extrem hohen Umweltbelastung durch Abgase werden über den größten Stausee der Welt, der ausschließlich die Abwässer der Produktion aufnimmt, toxische Stoffe an die Umwelt abgegeben. Bei Wildtieren treten mittlerweile Verkrüppelungen auf und bei den Menschen der Region werden vermehrt kaum bekannte Krebsarten festgestellt.
Den Greenwash Award gewinnt das UNO-Wassermandat (CEO Water Mandate), weil die Organisation vorgibt die weltweit aufkommende Wasserkrise zu bekämpfen, aber ihre Politik der Wasserprivatisierung weiterführt ohne Rücksicht auf verbindliche ökologische oder soziale Kriterien zu nehmen. Hinter dem Verbund des CEO Water Mandat stehen Großkonzerne wie der Papierhersteller UPM-Kymmene, Getränkeindustriekonzerne wie Pepsi, Coca-Cola und Nestlé und weitere industrielle Wassergroßverbraucher.
Statements der gewürdigten Unternehmen liegen der Redaktion nicht vor.


