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Der Meeresspiegel steigt und steigt und steigt
Donnerstag, den 04. November 2010 um 20:10 Uhr
Waterbox hilft den Malediven den Anstieg des Meeresspiegels zum stagnieren zu bringen.

Ist es bereits zu spät um den Klimawandel zu stoppen? Schwefelglocke, CO2-Lager oder Geo-Engineering Projekte sind fantastische Ideen um den Klimawandel vielleicht zu bremsen, aber nicht um ihn zu stoppen. Bis zum Jahr 2100 wird der Meeresspiegel vermutlich um 50 bis 100 Zentimeter steigen. So werden in den nächsten 90 Jahren 150 Millionen Menschen zu Klimaflüchtlingen.

150 Millionen Menschen werden durch den steigenden Meeresspiegel zu Flüchtlingen – nicht nur auf den Malediven.

Foto: www.visitmaldives.de
Autor: VMH

John Moore, Gletscherforscher und Professor mit dem Spezialgebiet Klimawandel an der Lappland Universität in Finnland sagte: "Man kann da nicht einfach auf die Bremse treten. Bei der Erwärmung der Erdatmosphäre ist zu viel Trägheit im System. Der Anstieg des Meeresspiegels wird deshalb dann erst einmal unaufhaltsam weitergehen. Bis zum Jahre 2100 werde sich dieser Anstieg auf 50 bis 100 Zentimeter belaufen. Je nachdem ob zwischenzeitlich mehr oder weniger durchgreifende Erfolge bei der Klimagasreduktion gemacht werden könnten. Selbst wenn einzelne der extremsten bislang diskutierten Geo-Engineering-Projekte verwirklicht werden, wird dies nur zu einem um 20 bis 30 Zentimeter geringeren Anstieg des Meeresspiegels führen."

Zur Bremsung des Klimawandels gibt es viele Ideen mit verschiedenen Möglichkeiten. Doch die Frage, ob diese realisierbar sind oder einfach nur "phantastische Ideen", ist noch offen. Denn entweder sind die Vorschläge in der Umsetzung sehr teuer oder die Nebenwirkungen werden als unkalkulierbar eingeschätzt.

Eine der propagierten Möglichkeiten ist es, Schwefelteilchen in einer Höhe von 10 bis 50 Kilometer, mit Hilfe von Ballons oder Flugzeugen in der Stratosphäre zu verteilen. Durch eine chemische Reaktion wird das Schwefeloxid in der Atmosphäre zu Sulfat-Partikel. Diese funktionieren dann wie ein Spiegel und geben somit ein Teil der Sonnenstrahlung zurück ins All. Dieser Vorgang müsste alle 1 bis 2 Jahre wiederholt werden. Man könnte damit eine Abbremsung des Temperaturanstiegs ermöglichen aber auch keinen stopp. Das Kohlendioxid das den Treibhauseffekt bewirkt, würde dadurch nicht verschwinden. Zudem wurde bisher nicht getestet, wie das globale Ökosystem auf diese Methode reagieren würde.

Waterbox der Firma GroasisEine mögliche Alternative dazu wäre das Speichern von CO2 in Biomasse. Der niederländischer Erfinder Pieter Hoff hat die Idee zum Speichern des CO2s. Er hat eine sogenannte Waterbox erfunden, die man einmalig mit Wasser befüllt. Dann stellt man einen Baum hinein. Der Deckel ist lammelenartig gefaltet, wodurch sich Kondenswasser bildet, dass dann in die Löcher der Box läuft. Durch den nach und nach geringeren Wassergehalt in der Box sucht sich die Wurzel ihren Weg zum Grundwasser und wächst so schneller.
Diese Möglichkeit der Baumaufzucht würde selbst in der Wüste funktionieren. Der Plan von Pieter Hoff sieht vor, eine Fläche so groß wie Kanada mit diesem Verfahren zu bepflanzen und dadurch den CO2 Gehalt in der Luft zu verkleinern. Die Frage nach der Projektfinanzierung ist bislang allerdings noch vollkommen ungeklärt. Die Methode ist jedoch erprobt und ohne Nebenwirkungen für das Ökosystem der Welt realisierbar.

Das Fazit des Ganzen: Die sogenannten Notbremsen sind nicht wirklich realisierbar oder nicht finanzierbar. Deshalb ist es realistischer, die vorhandenen Mittel in eine Reduktion der Klimaemissionen zu investieren. Kyoto und Kopenhagen lassen grüßen. Wenn dies jedoch nicht kurzfristig umgesetzt wird, werden wir womöglich nicht erst in 90 Jahren 150 Millionen Menschen zu Klimaflüchtligen gemacht haben.

 
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