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Wirkung der Umweltzonen konnte nicht deutlich erwiesen werden
Mittwoch, den 07. Oktober 2009 um 13:14 Uhr
Wirkung der Umweltzonen konnte nicht deutlich erwiesen werden

Nicht nur der Feinstaub trägt zur Luftverschmutzung bei sondern auch NO2 und Ozon. Die Luftverschmutzung ist nicht alleine daran schuld das Menschen erkranken.

Autoabgase sind nicht der alleinige Verursacher der Feinstaubbelastung in den Städten.

Foto: BMU / H.-G. Oed
Autor: VMH

Seit der Einführung von Umweltzonen ist die Wirkung dieser stark diskutiert worden. Ob sie wirklich etwas zum Umweltschutz beitragen ist umstritten. Für das Jahr 2008 endete am 31. Mai 2009 der Berichtszeitraum für die Daten aus den Messstationen in Deutschland. Die Auswertung ist aber noch nicht bekannt. In der Diskussion um gesundheitliche Auswirkungen von Feinstaub-Immissionen mahnt die Europäische Forschungsgemeinschaft für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor e.V. (EUGT) zur Sachlichkeit der Diskussion.

In Deutschland gibt es bereits über 30 Umweltzonen. Doch nicht nur der Verkehr trägt zur Luftbelastung mit Feinstaub bei. Auch Heizungsanlagen, industrielle Abgase oder auch Landwirtschaft sind Verursacher von Luftverschmutzung. Aus Sicht der EUGT dürfen die verkehrsbedingten Emissionen nicht isoliert betrachtet werden. "Inwieweit Umweltzonen tatsächlich zu einer deutlichen Verbesserung der Luftqualität führen und damit auch zu einer Verbesserung der Gesundheit beitragen, ist bislang nicht einzuschätzen," sagte Prof. Helmut Greim, Vorsitzender des Forschungsbeirates der EUGT.

EUGT sieht nicht nur im Blick auf die Emissionsquellen Forschungsbedarf. Sondern auch in der Hinsicht der Abgrenzung der Wirkungen einzelner Luftschadstoffe. Neben dem Feinstaub gibt es noch andere Luftkomponenten die eine wichtige Rolle spielen, wie NO2 oder Ozon. "Es steht zwar völlig außer Frage, dass Feinstaub ein gesundheitliches Problem darstellt. Allerdings ist ein Mensch niemals nur einem Luftschadstoff allein ausgesetzt. Zwar sind die negativen Einflüsse einer chronischen Feinstaubbelastung mittlerweile durch eine große Zahl epidemiologischer und experimenteller Studien belegt, auf dem Sektor der Umweltwirkungsforschung gibt es jedoch noch eine Vielzahl offener Fragen und Ungenauigkeiten. Die einzelnen Ergebnisse müssen mit großer Sorgfalt überprüft und repliziert werden, sonst besteht die Gefahr von Fehlinterpretationen aufgrund ungesicherter Daten", sagte Prof. David Groneberg, Direktor des Instituts für Arbeitsmedizin der Berliner Universitätsklinik Charité und Mitglied im EUGT-Forschungsbeirat.

Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch der Deutschen Umwelthilfe (DUH) wies Angriffe von Kritikern scharf zurück, die Umweltzonen immer wieder als nicht wirksam bezeichnen. So habe sich der Fahrzeugbestand in Städten mit Umweltzonen im vergangenen Jahr überraschend stark verringert und auch die Quote der Partikelfilter-Nachrüstungen liegt deutlich über den Werten von Vergleichsgemeinden ohne Umweltzonen. Trotz des großen Einflusses des Wetters, ist eine positive Veränderung in den Feinstaubwerten zu sehen. Für einen wissenschaftlichen Vergleich ist es aber noch zu früh, denn die Zahl der Autos, die nicht in den Umweltzonen fahren dürfen, sei noch viel zu niedrig. Die Feinstaubbelastung werde sich allerdings mit der Einführung der zweiten Stufe vieler Umweltzonen zum 1.1.2010 nochmals deutlich verringern. In Städten wie Berlin und Hannover sollen zu Beginn des Jahres 2010 nur noch Pkw und Nutzfahrzeuge mit einer grünen Plakette in der Innenstadt fahren.

 
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