| Startschuss für riesige Investitionen in den Wassersektor in Mexiko |
| Freitag, den 10. Juni 2011 um 07:55 Uhr | |
Laut der "Agenda del Agua" sollen bis 2030 Investitionen von ca. 86 Milliarden US-Dollar in den Wassersektor fließen. Deutsche Unternehmen sollten das steigende Absatzpotential des mexikanischen Wassersektors im Auge behalten.
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"Agenda del Agua", das Strategiedokument der Regierung, das im März 2011 veröffentlicht worden ist, soll die Basis für Politikmaßnahmen zum nachhaltigen Umgang mit den Wasserressourcen bis 2030 bilden. Das Strategiedokument zeigt den großen Investitionsbedarf des Sektors auf.
Nach Angaben der Conagua- Behörde für den Wassersektor, konzentriert sich etwa 79% der Bevölkerung auf ein Gebiet das nur ein drittel der Wasserverfügbarkeit aufweist. Dadurch hat Mexiko mit vielen Herausforderungen zu kämpfen.
Ein weiteres Problem ist der ungleiche Regenfall. Der Regenfall im Bundesstaat Baja California beträgt 176 mm während im südlichen Tabasco rund 2.100 mm Regen fallen. Die Jahreszeitlichen Schwankungen sowie Hurricanes mit oftmals sinnflutartigen Regenfällen kommen hinzu. Das Jahr 2010 wies nach 1941 die stärksten je gemessenen Regenfälle in Mexico auf. Trotzdem ist in Mexiko das Wasser zunehmend knapp.
Im Großraum Mexico-Stadt ist die langfristige Wasserversorgung der Stadt durch exzessive Wasserentnahme aus unterirdischen Quellen in Gefahr. Dadurch sinken Jahr für Jahr Häuser und Straßen ab was zu Schäden an Infrastruktur und Gebäuden führt.Nach Angaben der Conagua erreicht der Wasserbedarf zurzeit in Mexiko 78,4 Millionen Kubikmeter. Davon werden 11,5 Millionen Kubikmeter nicht auf nachhaltige Weise gewonnen, sondern durch die exzessive Abschöpfung aus Quellen und Flüssen.
Bis 2030 soll der Bedarf durch Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum auf 91,2 Millionen Kubikmeter steigen. Conagua schätzt den Investitionsbedarf auf ca. 30 Milliarden US-Dollar.
Ein weiteres Problem ist die Wasseraufbereitung. Weniger als die Hälfte der Abwasser wurden 2010 gereinigt. Bis 2012 soll der Anteil der Abwasserreinigung auf 60% steigen. Um diese Wassermassen zu reinigen sind laut Conagua Investitionen von ca. 9,7 Milliarden US-Dollar notwendig. Gleichzeitig sollen bis 2030 alle Haushalte an Wasserversorgungsnetze und an die Kanalisation angeschlossen werden. 10% der Bevölkerung hatte 2010 keinen Zugang zu Wasserversorgungsnetzen und Kanalisationen. Damit die letzten 10% der Bevölkerung Zugang zu Wasserversorgungsnetzen und Kanalisationen bekommen, hat Conagua angesichts des Bevölkerungswachstums einen Investitionsbedarf von 18,3 Milliarden US-Dollar veranschlagt. Insgesamt kommt Conagua mit Instandhaltung und Betrieb der Netze und Anlagen sowie für Aufklärungskampagnen auf eine gesamte Investitionsmenge von 85 Milliarden US-Dollar.
Der immense Investitionsbedarf lässt auch deutsche Unternehmen auf interessante Liefer-, Projekt- und Beratungsmöglichkeiten hoffen. Die Unternehmen sollten den mexikanischen Markt im Auge behalten und frühzeitig einen Einstieg erwägen. Hilfe beim Markteinstieg bietet die Deutsch-Mexikanische Industrie- und Handelskammer Camexa.


