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Offshore-Windpark alpha ventus in der Nordsee vollzählig
Montag, den 23. November 2009 um 17:43 Uhr
Der Offshore-Windpark alpha ventus in der Nordsee vor Borkum

Der Windkraftpark alpha ventus in der Nordsee wurde am 16.11.2009 fertiggestellt. Damit steht Deutschlands erster Offshore-Windpark. Alle zwölf Windkraftanlagen wurden installiert und werden jetzt nacheinander in Betrieb gesetzt.

Blick auf einen Teil des Windparks alpha ventus vor Borkum.

Foto: Matthias Ibeler/DOTI
Autor: VMH

Der Windkraftpark alpha ventus, der 45 km nördlich der Insel Borkum erstellt wurde, wird von den Firmen EWE, E.ON und Vattenfall gebaut. Diese haben eine Gesamtinvestition von 250 Millionen Euro für den Offshore-Windpark aufgebracht. Insgesamt wurden zwölf Windanlagen der 5-Megawatt-Klasse errichtet. Damit ist er der erste Offshore-Windpark weltweit, der ein Dutzend Windräder mit der genannten Megawatt-Klasse hat. Sechs der zwölf bestehenden Turbinen sind bereits in Probelauf, dabei haben sie bis jetzt ca. 13 Millionen Kilowattstunden umweltfreundlichen Offshore-Windstrom in das deutsche Netz geleitet. In den kommenden Wochen sollen die letzten sechs Windkraftanlagen nacheinander in Betrieb gehen. Der Windpark soll insgesamt eine Strommenge produzieren die den Jahresbedarf von rund 50.000 Haushalten decken kann. Gemanagt wird das Projekt von einem 40-köpfigen Team aus Mitarbeitern der drei genannten Firmen. Die gemeinsame Projektgesellschaft DOTI (Deutsche Offshore-Testfeld und Infrastruktur GmbH & Co. KG) wurde bereits im Juni 2006 gegründet.

"Mit dem Bau von alpha ventus haben unsere drei Unternehmen gezeigt, dass Offshore-Windenergie in Deutschland auch unter vergleichsweise schwierigen Bedingungen technisch machbar ist. Darauf kann das gesamte Team zu Recht stolz sein. Die Errichtung von zwölf Windkraftanlagen der 5-Megawatt-Klasse in 45 Kilometer Entfernung von der Küste und bei Wassertiefen um 30 Meter ist ein echtes Stück Pionierarbeit und weltweit bislang einzigartig", sagte Gesamtprojektleiter Wilfried Hube (EWE).

Für die drei Projektpartner war das Projekt alpha ventus ein sogenannter Sprung ins kalte Wasser. Keiner von ihnen wusste wie sich das Projekt entwickeln würde und ob es Machbar ist einen Offshore-Windpark in der Nordsee zu errichten. Obwohl es zu Baubeginn im Jahr 2008 Schwierigkeiten mit den Errichtungsschiffen gab wurde dieses Problem schnell behoben. Dadurch konnte der Zeitplan eingehalten werden, und alle zwölf Turbinen innerhalb von 7 Monaten errichtet werden. Oliver Funk von Vattenfall und zugleich Geschäftsführer der DOTI hierzu: "Wir haben gelernt, dass die Errichtungsprozesse und die zum Einsatz kommende Logistik sehr gut aufeinander abgestimmt sein müssen, um erfolgreich bauen zu können. In diesem Punkt haben wir eine sehr steile Lernkurve durchlaufen."

m Sommer 2009 kamen zu Spitzenzeiten fast 350 Personen und bis zu 25 verschiedene Schiffe auf die Baustelle im offenen Meer. Der Bau des Offshore-Windparks in der Nordsee war weitaus schwieriger als der Bau anderer Parks auf See. Grund dafür sind die zwei Windturbinen-Typen, deren zwei unterschiedlichen Fundament-Typen und die unterschiedlichen Errichtungskonzepte. Für die REpower 5M mussten Jackets auf Piles installiert werden, die wiederum zuvor in den Meeresgrund gerammt wurden. Auf diesem Grundkonstrukt wurden danach die einzelnen Stahlbausegmente bis über die Wasseroberfläche montiert.
Für den Aufbau der Multibrid M5000 wurden sogenannte "Tripods" (Dreifuß) als Gründungsstruktur auf dem Meeresgrund verankert. Auf die in Norwegen produzierten dreibeinigen Stahlfüße wurde anschließend der Turm installiert.
Erst im jeweils zweiten Schritt konnten dann der Turm sowie Gondel und Rotor installiert werden. Auch hier wurden wieder Techniker, Ingenieure und Monteure vor Ort extrem gefordert. Denn die riesigen Rotorblätter mit einem Durchmesser von bis zu 126 m konnten nur bei geringen Windgeschwindigkeiten an der Gondel montiert werden. In einem Gebiet, dass gerade wegen seinem beständigen Wind ausgewählt wurde, ein eher schwieriges Unternehmen. "Letztlich kann man sagen, dass wir zwei Windparks errichtet haben", sagt hierzu Ralf Lamsbach von E.ON in seiner Funktion als DOTI-Geschäftsführer. "Dafür steht bereits jetzt fest, dass uns der Bau wertvolle Erkenntnisse für weitere Offshore-Projekte liefern wird", so Lamsbach weiter.

alpha ventus macht keine Winterpause. "Wenn das Wetter es zulässt, gehen wir raus und schließen die Anlagen an - und wenn es sein muss, auch zu Weihnachten und Silvester", sagt Dr. Claus Burkhardt von EWE und ebenfalls DOTI-Geschäftsführer. Die Arbeit wird in Zukunft nicht viel weniger werden. Denn eine Windpark-Anlage dieser Größenordnung braucht permanente Wartung. Auch wenn viele Dinge per Fernwartung geprüft werden können, müssen Service-Station, Umspannwerk und Ersatzteillager mit Werkstatt und Unterkunft vor Ort betrieben werden. Die Versorgung wird dann per Hubschrauber oder per Schiff erfolgen.
 
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