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US-Solarmarkt wächst und wächst und wächst...
Montag, den 06. Juli 2009 um 11:54 Uhr
Solaranlage auf dem Dach eines Wal-Mart's in Kalifornien, USA von BP Solar

»Made in Germany« rückt bei der Solartechnik in den USA immer mehr in den Fokus. Die Solartechnik aus Deutschland genießt einen hohen technischen Stellenwert und wird als Technologieführer betrachtet. Der noch relativ unterentwickelte Solar-Markt USA hat ein enormes Potential.

BP Solar installiert auf dem Dach eines Wal-Mart in Palm Desert, Kalifornien eine 590 kW Solaranlage.
Foto: BP Solar, USA
Autor: STS

Die in den USA als führend angesehene Solartechnik "Made in Germany" findet bei Industrie und Verbrauchern zunehmend stärkere Beachtung. Dies bietet eine hervorragende Grundlage für Geschäftsmöglichkeiten, wie der Erfolg zahlreicher deutscher Solarfirmen belegt. Aber auch für Newcomer bestehen noch glänzende Einstiegschancen, da der bislang im Vergleich zu Deutschland noch unterentwickelte Markt ein gewaltiges Potenzial besitzt. Sollten der günstige politische Trend Bestand haben und das US-Konjunkturpaket greifen, dann lassen sich hohe Wachstumsraten erwarten.

Auf dem "5th Germany California Solar Day" in San Francisco brachte es Norbert Frings, Geschäftsführer der REFU Elektronik GmbH, die bereits auf dem US-Markt präsent ist, auf den Punkt: "Der US-Photovoltaik-Markt ist derzeit noch unterentwickelt, aber die zukünftigen Aussichten sind sehr attraktiv." Die Zweigstelle der Deutsch-Amerikanischen Außenhandelskammer (German American Chamber of Commerce, GACC) in Kalifornien führte die Veranstaltung durch, die auch vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gefördert wurde.

Unter dem Motto "German Solar Industry - A Leader in Policy, Business and Innovation" präsentierten sich acht deutsche Firmen. Deutsche und US-Solarexperten hielten Fachvorträge zu den beiden Hauptbereichen Solarthermie und Photovoltaik. Am Abend bot ein Networking-Empfang Gelegenheit zur Anbahnung von Kontakten. Parallel dazu und an den folgenden beiden Tagen fanden 104 bilaterale Treffen deutscher Firmenvertreter mit potenziellen US-Geschäftspartnern statt.

Wie stark dieses Solarevent von Jahr zu Jahr an Beachtung und Bedeutung gewinnt, zeigte sich auch daran, dass der Rekordbesuch von über 330 Teilnehmern die kühnsten Erwartungen übertraf. Die zunehmende Wichtigkeit der Veranstaltung belegte ferner, dass der kalifornische Senator Lou Correa, Vorsitzender des Senate Select Committee on California-European Trade, sich nicht nehmen ließ, das Schlusswort zu sprechen. Dabei hob er das gemeinsame Interesse an der Entwicklung von Solartechnologie hervor: "I am pleased that GACC is hosting this 5th Germany California Solar Day event to highlight the unique global leadership role that both play in fostering more opportunities in solar technology through the innovations and business acumen of both California and German solar enterprises."

Die Teilnehmer und neutrale Beobachter zeigten sich sehr zufrieden mit der Veranstaltung. Alle deutschen Firmenvertreter hielten das Symposium für sehr informativ und B2B-Treffen für nützlich zur Selbstdarstellung, Markterkundung und Kontaktaufnahme. Geschäftsabschlüsse hatte in realistischer Einschätzung niemand erwartet, aber es gab aussichtsreiche Kontakte. "Die Reise hat sich gelohnt," war der herrschende Tenor, zudem würden die Unternehmen die Veranstaltung weiterempfehlen. Zufriedenheit auch bei den US-Teilnehmern, die unverhohlen Bewunderung für den deutschen Solarmarkt und Solartechnik "Made in Germany" ausdrückten.

Eberhard Brockmann, der als stellvertretender Generalkonsul die Begrüßungsrede hielt, war zufrieden. "Selbst die hohen Erwartungen wurden noch übertroffen, was Beteiligung sowie Professionalität von Teilnehmern, Publikum und Organisatoren betraf."

Das Fazit von Johannes Buchholz, Geschäftsführer der Zweigstelle der AHK USA in San Francisco, Kalifornien fand breiten Konsens: "Die rege Beteiligung und das starke Interesse unserer US-amerikanischen Partner belegen eindrucksvoll zweierlei: Der Solarmarkt im Westen der USA, besonders in Kalifornien, steht trotz Wirtschaftskrise vor dem Abheben, und deutsche Solarfirmen sind mit ihrem anerkannt führendem Know-how bestens aufgestellt, um hier erfolgreich ins Geschäft zu kommen." Unabdingbare Voraussetzung sei allerdings mehr und mehr eine auch die Fertigung umfassende Präsenz vor Ort, vordergründig schon um die "Buy American"-Auflagen für Aufträge aus dem Konjunkturpaket zu erfüllen, aber grundlegender auch, um gegenüber US-Kunden eine ernste langfristige Verpflichtung zu demonstrieren.

Das enorme Potenzial des US-Solarmarktes rechtfertigt die deutsche Zuversicht. Das beginnt bei den günstigen klimatischen Bedingungen: In den USA liegt die durchschnittliche Solarstrahlung über 1.300 kWh pro qm, verglichen mit nur rund 900 kWh pro qm in Süddeutschland. Dass das Land dennoch weit hinter Deutschland zurückliegt, hat zwei Hauptgründe: Zum einen bestand in der Bevölkerung bis vor kurzem kaum ein Umweltbewusstsein und zum zweiten setzte die Politik keine klaren Signale zur Förderung erneuerbarer Energien.

Nach sämtlichen Umfragen wächst allerdings das Umweltbewusstsein in der US-Bevölkerung zügig, deutlich und nachhaltig. Und auch die Befürworter erneuerbarer Energien, besonders die Solarlobby, konnten in jüngerer Zeit große politische Erfolge erzielen: Mit dem Emergency Economic Stabilization Act of 2008 (EESA) wurde die 30%-Steuergutschrift des Bundes (Federal Tax Credit; ITC) um acht Jahre verlängert, die Obergrenze für ITC bei PV-Anlagen für Wohnhäuser aufgehoben, die Steuergutschrift auch bei der Minimalsteuer (Alternative Minimum Tax; AMT) zugelassen und der Ausschluss von Stromerzeugern beim ITC aufgehoben. Viele Bundesstaaten und Kommunen haben Maßnahmen beschlossen, um den Einsatz von Solarenergie zu beschleunigen, darunter Richtquoten für den Einsatz erneuerbarer Energien bei der Stromerzeugung (Renewable Portfolio Standards; RPS).

Der US-Solarmarkt erreichte 2008 ein neues Hoch. Nach Angaben der Solar Energy Industries Association (SEIA) nahm die neu installierte Kapazität gegenüber dem Vorjahr um 9% auf 1.265 MW (2007: 1.159 MW) zu. Dies vergrößerte die gesamte Kapazität um 16% auf 9.183 MW. Dabei expandierten neue Installationen solarthermischer Anlagen um 3% auf 922 thermische MW und zur Stromerzeugung um 29% auf 342 MW.

Die Aussichten für 2009 und die nächsten Jahren bleiben günstig, trotz der Wirtschaftskrise. Einen beträchtlichen neuen Impuls gibt der American Recovery and Reinvestment Act of 2009. Das Konjunkturpaket sieht rund 6,5 Mrd. US$ für erneuerbare und alternative Energien vor. Experten erwarten, dass auch der Solarmarkt stark expandiert, sobald ein ständiger Mittelabfluss geschaffen ist, und langfristig kräftig wächst, sobald das Konjunkturtal durchschritten ist.

Der US-Import aus Deutschland spiegelt den Erfolg deutscher Firmen nicht mehr richtig wieder, seit immer mehr Unternehmen teils oder ganz vor Ort fertigen oder Zulieferungen aus ausgelagerten Fertigungen in "Billiglohnländern", vor allem aus der VR China, beziehen. Daher schrumpft die Einfuhr von Solarwarmwasserbereitern und Solarzellen aus Deutschland seit Jahresbeginn 2009 im Zwölfmonatsbergleich um fast die Hälfte.

 
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