| Neue Erdölvorkommen in Namibia lockt Investoren an |
| Mittwoch, den 26. Oktober 2011 um 11:01 Uhr | |
2015 soll die Erdölgewinnung vor der Küste Namibias beginnen. Zudem weisen neueste Untersuchungen auf eine Vielzahl effizienter Lagerstätten hin, deren Erschließung nun vorbereitet wird. Derzeit planen internationale Ölfirmen vielseitige Investitionen in die Erdölproduktion im Off-Shore-Bereich. Für 2012 sind derzeit sechs bis acht Explorationsbohrungen vorgesehen, mittels derer die genauen Volumina der Vorkommen und deren Förderfähigkeit festgestellt werden sollen.
Savanne in Namibia
Foto: Sigismund von Dobschütz Autor: BP Im Juli 2011 hat das Namibia Ministery of Mines & Energy den Fund von Ölreserven mit einem geschätzten Volumen von 11,2 Mrd. Barell bekanntgegeben. Die Vorkommen befinden sich im Off-Shore-Bereich entlang der namibischen Küste. Alle Unternehmen gehen davon aus, dass in den entdeckten Lagerstätten insbesondere Öl und weniger Gas zu finden sei. Die Unternehmen wollen deshalb ihre technische Ausstattung dahingehend ausrichten. Aufgrund veralteter Anlagen und Überkapazitäten ist China zwar mit konstanten Wachstum, aber auch mit einem enorm hohen Energieverbrauch gesegnet. Weil China im Durchschnitt 15 bis 20 Prozent mehr Energie je Produktionseinheit, im Vergleich zum internationalen Durchschnitt verbraucht, müssen Firmen teilweise wegen Strommangels ihre Produktion tagelang einstellen. Derzeit bestreiten mehrere Ölfördergesellschaften bzw. Joint Ventures bestimmte Projekte zur Erschließung dieser Reserven und nach Angaben des Ministeriums soll vermutlich schon 2015 das erste Öl aus den neuen Quellen fließen. Die Vorhaben bieten auch für deutsche Unternehmen Geschäftschancen, hauptsächlich bei der Lieferung von Ausrüstung und technischem Know-how. Zum Beispiel plant Enigma Oil & Gas Exploration für die Tiefseeforschung den Einsatz eines besonderen Förderschiffes der FPSO-Kategorie (Floading Production Storage and Offloading Vessel). Experten jedoch schätzen, dass die Ölfelder zum Teil noch ein erheblich größeres Potenzial als bislang bekannt ist beherbergen. So vermutet man, dass im Gebiet der Delta-Lagerstätten noch mehrere Vorkommen von bis zu 15,5 Mrd. Barell vorhanden sind. Weiterhin unklar ist die Zukunft des Kudu-Gas-to-Power-Projekts. Nachdem die russische Gazprom 2010 in das Vorhaben einstieg, hat der Energiekonzern im Mai 2011 allerdings schon wieder den Rückzug verkündet. Inzwischen hat das Unternehmen GPB Neftegaz Services BV Medienberichten zufolge den Gazprom-Anteil übernommen. Die GPB Neftegaz selbst ist wiederum eine Tochtergesellschaft der russischen Gazprombank. In der Vergangenheit hatte das Großprojekt immer wieder mit wirtschaftlichen Problemen und Rückschlägen zu kämpfen, besonders durch Schwierigkeiten bei der Festsetzung der Abnahmpreise für das geförderte Gas. Das Gasfeld liegt circa 130 km vor der Küste Namibias und hat ein Volumen von 1,3 Bill. Kubikmeter. Zudem zeigen Untersuchungen das in dem Gebiet noch größere Vorkommen von bis zu 9 Bill. Kubikmeter zu finden sein könnten. Über eine Pipeline soll das Gas zum Festland geleitet werden und dort in der Nähe von Oranjemund ein 800-MW-Kraftwerk versorgen. Inklusive Erschließung des Gasfeldes werden die Gesamtkosten auf circa 1 Mrd. US$ berechnet, bei einer Realisierungsdauer von vier Jahren. |


