| Neuer Ökodesign-Standard für Straßenbeleuchtung spart viel Strom |
| Dienstag, den 07. Oktober 2008 um 15:32 Uhr | |
Ein neues Ökodesign für Straßenbeleuchtungen spart derzeit in der EU soviel Strom ein, wie ganz Rumänien verbraucht.Wegweiser durch die Nacht - unsere Straßenbeleuchtung steht zur Diskussion
Foto: photocase.com Autor: RK Nach Ökodesign-Standards für Standby-Geräte hat der zuständige EU-Ausschuss Ende September auch Normen für die Beleuchtung von Straßen, Büros und Industriegebäuden sowie für Set-Top-Boxen angenommen. Mit der Umsetzung der Richtlinie für die Straßenbeleuchtung soll bis 2020 soviel Strom eingespart werden, wie beispielsweise ganz Rumänien derzeit verbraucht. EU-Mitglieder stimmen in der Sitzung des Ökodesign-Regulierungsausschusses zwei Kommissionsvorschlägen für Verordnungen zur Reduktion des Energieverbrauchs in Europa zu. Der erste Vorschlag umfasst Leuchtmittel für Büro- und Industriegebäude sowie zur Straßenbeleuchtung, der zweite Vorschlag umfasst Geräte zur Konvertierung digitaler Fernsehsignale in analoge Signale (so genannte "einfache Set-Top-Boxen" für Fernsehgeräte). "Diese Maßnahmen sind konkrete Beiträge zur Verwirklichung der Energieeffizienzziele der EU. Sobald die entsprechenden Rechtsakte bestehen, werden sie den Energieverbrauch, die CO2-Emissionen und die Abhängigkeit von Energieeinfuhren in kosteneffizienter Weise senken", erklärt der für Energie zuständige Kommissar Andris Piebalgs. Die ersten Maßnahme betrifft Leuchtmittel, die typischerweise zur Beleuchtung von Straßen, Büros und Industrieanlagen eingesetzt werden, wie beispielsweise Leuchtstofflampen, Entladungslampen sowie zugehörige Vorschaltgeräte und Leuchten. Durch die Verordnung wird der Stromverbrauch dieser Anlagen in der EU, der nach Schätzungen bis 2020 auf 260 TWh pro Jahr ansteigen würde, um 15% reduziert werden. Diese Einsparungen entsprechen 38 TWh – in etwa der jährliche Stromverbrauch Rumäniens – und einer jährlichen Vermeidung von CO2-Emissionen in der Größenordnung von 15 Mio. Tonnen. Bis zum Jahr 2020, wenn die herkömmlichen Fernsehgeräte durch neue, für Digitalfernsehen geeignete Geräte ersetzt worden sind und einfache Set-Top-Boxen daher vom Markt verschwinden, dürften die Einsparungen 47 TWh betragen; das ist mehr als die gesamte jährliche Nuklearstromerzeugung Finnlands und der Slowakei zusammengenommen. Diese Maßnahme nützt auch direkt den Verbrauchern, da sie die Lebensdauerkosten dieser Geräte um etwa 30% senkt. Die Forderungen werden nun vom Europäischen Parlament geprüft und sollen im Januar 2009 offiziell von der Kommission verabschiedet werden. Weitere Ökodesign-Maßnahmen für andere Produktgruppen, beispielsweise Haushaltsleuchten, werden in den nächsten Monaten folgen. |


