| Kroatien investiert 1,6 Mrd. Euro in Abwasser |
| Donnerstag, den 31. Mai 2007 um 11:20 Uhr | |
Weiter große Anstrengungen nötig, um EU-Standards für Abwassersysteme bei Haushalten und Industrie zu etablierenDie zweitgrößte Kroatische Stadt Split
Foto: Roman Klementschitz, GNU Autor: bfai, Torsten Pauly Wenngleich Kroatien die Modernisierung und Ausweitung seines Abwassersystems zuletzt vorangetrieben hat, sind weiter große Anstrengungen nötig, um bei Haushalten und Industrie EU-Standards durchzusetzen. Der Bedarf reicht von Investitionen in das Kanalnetz über moderne Klärmethoden bis hin zu Messgeräten. Nicht nur die öffentliche Hand wird in den nächsten Jahren Projekte ausschreiben, auch entsprechende Investitionen der Privatwirtschaft stehen an. Deutschland hat meist eine starke Lieferposition. Die Investitionspolitik der öffentlichen Hand bezüglich des kroatischen Abwassersystems ist in der "Strategie für das Wassermanagement" festgelegt. Den aktuellen Entwurf hat die staatliche Gesellschaft zur Wasserwirtschaft, Hrvatske vode, im April 2007 veröffentlicht. Derzeit ist die Abwasserentsorgung meist schlecht, und große Anstrengungen sind nötig, um mittel- bis langfristig EU-Niveau zu erreichen. So sind nur 43% der Bevölkerung an das öffentliche Kanalisationsnetz angeschlossen. Diese Quote soll bis 2020 auf 60% steigen. Gemäß der Strategie werden von 2007 bis 2010 jährliche EU-Mittel für Umweltmaßnahmen in Kroatien in Höhe von 50 Mio. Euro erwartet, wobei die Summe im Falle geeigneter Projekte auch höher ausfallen könnte. Erfahrungen mit früheren EU-geförderten Maßnahmen in anderen Beitrittsländern sind daher bei der Angebotserstellung durchaus vorteilhaft. Zu berücksichtigen ist, dass bei der Ausschreibung und Implementierung verschiedene Institutionen beziehungsweise Entscheidungsträger zusammenwirken, was die Umsetzung mitunter erschweren oder verzögern kann. Diese sollen als Projektträger auch die Fördermittel von der EU und anderen internationalen Gebern anwenden. Generell sieht die Strategie vor, dass von der Gesamtinvestition 60% auf Hrvatske vode entfällt und 40% auf Kommunen, Gespanschaften oder - im Falle von Gebieten von besonderem staatlichen Interesse - auf den kroatischen Staat. Letztere Regionen sind ökonomisch am wenigsten entwickelt und wurden zum Teil auch besonders von den kriegerischen Ereignissen in den neunziger Jahren in Mitleidenschaft gezogen. Deutsche Anbieter von Abwassertechnik haben in Kroatien gute Lieferchancen. Bei vielen Importpositionen war Deutschland zuletzt führendes Lieferland, so etwa bei Zentrifugen, Filtriergeräten oder bei Messgeräten. Auch bei Pumpen kam ein Großteil der kroatischen Bezüge aus der Bundesrepublik. |


